Rückschau: Polyamorie-Gespräche 2025

Vorträge und Deep Dives 2025

  • “Bitte geh den Weg mit mir!” Paare im Spannungsfeld zwischen Aushalten, Abwarten und Trennung

    Sie will die Beziehung öffnen, er blockt ab – und plötzlich stecken beide fest. 

    Streit, Unverständnis, Trauer. Und noch schlimmer: Stillstand. Was steckt hinter diesem Muster? Welche Gespräche und Entscheidungen führen aus dieser Sackgasse?

    Es ist ein häufiges Konfliktmuster, das Paare vor große Fragen stellt.

    Ziel des Vortrags ist es, dass Paaren, die sich in diesem Muster befinden, ihr Verhalten aus der Vogelperspektive sehen und für sich eine klarere Haltung und mögliche nächste Schritte finden.

    Leonie Henning (Veranstalterin) ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Sexualtherapeutin i.A. und Systemische Beraterin mit Schwerpunkt Polyamorie

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  • Leonie Hennings Deep Dive

    In diesem Deep Dive beleuchtet die ENP-Runde, wie Paare mit dem Wunsch nach Beziehungsöffnung umgehen und welche Dynamiken dabei sichtbar werden.

    Im Zentrum stehen reale Beratungsbeispiele zu Outing-Erfahrungen, Konsent und dem Umgang mit ambivalenten Partnerpersonen.

    Thematisch geht es u. a. um die Unterschiede zwischen hetero- und queeren Paaren, Vorerfahrungen durch Outings oder Minderheitenzugehörigkeit, die verschiedenen Motivationen für Beziehungsöffnung, typische Konflikte wie Eifersucht oder unterschiedliche Bedürfnisse sowie die Bedeutung von Konsent, Kommunikation und ersten Schritten im Umgang mit Ängsten.

  • Meine 5 liebsten Werkzeuge

    Wie können polyamore Beziehungen reflektierter, stabiler und erfüllender gestaltet werden? 

    Annika Ackermann teilt fünf Werkzeuge, die sie immer wieder polyamoren Klient*innen empfiehlt, weil sie offene Kommunikation erleichtern und emotionale Sicherheit stärken. Von RADAR-Check-ins über das Relationship Anarchy Smorgasbord bis hin zur Ankerbox – praxisnah, alltagstauglich und sofort anwendbar.

    Ziel des Vortrags ist es, die nützlichsten Werkzeuge in den eigenen Polyamorie-Werkzeugkasten zu legen, um sie bei Bedarf zur Hand zu haben.

    Annika Ackermann (Veranstalterin) ist Systemische Beraterin mit dem Schwerpunkt Polyamorie/Nicht-Monogamie und LGBTQ*

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  • Annika Ackermanns Deep Dive

    In diesem Deep Dive diskutiert die ENP-Runde tiefer die im Vortrag vorgestellten Werkzeuge, die Kommunikation und Beziehungsarbeit sowohl in polyamoren als auch in monogamen Kontexten unterstützen. Ergänzend werden weitere Werkzeuge aus Praxis und Forschung vorgestellt – von Verhaltensanalysen und Achtsamkeitsübungen bis hin zu Gesprächsleitfäden, Routinen und Modellen wie der Non-Monogamy-Map. Dabei geht es auch um den Umgang mit Überforderung: Werkzeuge sollen Orientierung geben, ohne Druck aufzubauen, und lassen sich spielerisch und flexibel nutzen. So entsteht ein praxisnaher Werkzeugkasten für alle, die Beziehungen aktiv und bewusst gestalten möchten.

  • Anleitung zum Gruppensex: How to have a moresome*

    *Moresome: Ein Moresome ist wie ein Threesome (ein Dreier) nur mit mehr Personen.

    Christina Gesing spricht in ihrem Vortrag über Moresomes – sexuelle Begegnungen zwischen mehr als zwei Personen – und beleuchtet deren Reiz, emotionale Herausforderungen und notwendige Kommunikationsprozesse. Sie betont die Bedeutung von Selbstreflexion, Konsens, klaren Absprachen und einem bewussten Umgang mit Gefühlen wie Eifersucht, Unsicherheit oder Überforderung.

    Ziel des Vortrags ist es, Moresomes achtsam, sicher und stimmig für alle Beteiligten zu gestalten – mit Raum für Präsenz statt Perfektion.

    Christina Gesing ist Kognitive Psychotherapeutin und Systemische Sexual- und Paartherapeutin.

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  • Christina Gesings Deep Dive

    In diesem Deep Dive diskutiert die ENP-Runde, wie Dreier- und Gruppensex achtsam, respektvoll und genussvoll gestaltet werden können. Anhand praktischer Beispiele geht es um typische Dynamiken – etwa Hierarchien, Ausschlussgefühle oder ungleiche Behandlung – sowie um konkrete Empfehlungen wie Vorgespräche zu dritt, transparente Kommunikation und Nachsorge. Ergänzend werden Strategien zum Umgang mit Eifersucht und Unsicherheiten sowie die Rolle von Communities und Sexarbeit beleuchtet.

    Der Deep Dive macht deutlich, wie wichtig Freiwilligkeit, Offenheit und Reflexion sind, damit Moresomes für alle Beteiligten bereichernd sein können.

  • Wahrhaftigkeit: Das wahre Selbst vs. das soziale Ich - Wie finde ich mich selbst?

    Diana Böhme thematisiert in ihrem Vortrag, wie Menschen therapeutisch dabei unterstützt werden können, ihre wahre Beziehungsform zu finden – insbesondere im Spannungsfeld zwischen internalisierten Normen (z. B. Monogamie) und individuellem Erleben (z. B. Polyamorie). Sie beschreibt, wie psychisches Leid (z. B. Depression, Angst, psychosomatische Beschwerden) aus Selbstverleugnung entstehen kann, und wie wichtig es ist, Klient*innen beim Zugang zu ihren authentischen Gefühlen, Werten und Bedürfnissen zu begleiten. Grundlage dafür ist ein fünfstufiger Prozess (Erleben – Benennen – Erkennen – Akzeptieren – Verändern), der Raum für Selbstakzeptanz, Abgrenzung von gesellschaftlicher Beschämung und langfristige Entwicklung im Sinne psychischer Gesundheit schafft.

    Das Ziel des Vortrags ist es, Menschen auf dem Weg zu einem authentischen, selbstbestimmten Beziehungsleben zu unterstützen – indem sie erkennen, was aus ihrem Inneren kommt und was durch gesellschaftliche Normen geprägt ist.

    Diana Böhmeist Beziehungs- und Sexualtherapeutin.

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  • Diana Böhmes Deep Dive

    In diesem Deep Dive diskutiert die ENP-Runde, wie Menschen in Beratungsprozessen authentische Beziehungsformen finden können. Im Fokus stehen typische Hindernisse wie Anpassungsdruck, fehlende Vorbilder oder gesellschaftliche Normen sowie die Chancen, die mit mehr Authentizität verbunden sind – etwa innere Entspannung, Resilienz und gelebte Vorbilder für Kinder. Vorgestellt werden Methoden wie Wertearbeit, Ambivalenz- und Körperübungen, die Klient:innen dabei unterstützen, Klarheit zu gewinnen und neue Möglichkeitsräume zu entdecken.

    Der Deep Dive zeigt, dass das „wahre Selbst“ kein starres Ziel, sondern ein dynamischer Prozess ist, den Beratung wirksam begleiten kann.

  • Wohin zieht es mich wirklich? Was ich tun kann, wenn ich mich zerrissen fühle (Ambivalenztoleranz)

    Kim Begemann beleuchtet, wie häufig und herausfordernd Ambivalenzen – also widersprüchliche Gefühle und Bedürfnisse – besonders in polyamoren Beziehungen auftauchen.
    Begemann erklärt, wie tief verankerte Glaubenssätze dazu führen können, Ambivalenz als Schwäche zu sehen. Dies kann zu Verdrängung oder konflikthafter Kommunikation führen. Mit Ambivalenz konstruktiv umzugehen erfordert das bewusste Wahrnehmen, Benennen und Aushalten innerer Widersprüche – idealerweise mit einer wohlwollenden Haltung sich selbst gegenüber.

    Ziel des Vortrags: Ambivalenz verstehen und Ambivalenz-Toleranz entwickeln. Diese Toleranz kann als zentrales Werkzeug für gelingende Beziehungen und persönliche Klarheit in vielen Lebenslagen genutzt werden.

    Kim Begemann ist Verhaltenstherapeut:in i.A. und bietet psychologische Paar-, Gruppen- und Einzelberatung online an.

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  • Kim Begemanns Deep Dive

    In diesem Deep Dive diskutiert die ENP-Runde die Frage, wie mit Ambivalenz in Beratung und Beziehungen umgegangen werden kann. Widersprüchliche Gefühle werden dabei nicht als Hindernis gesehen, sondern als wertvolle Ressource: Sie können Klarheit schaffen, Nähe fördern und Missverständnisse reduzieren. Vorgestellt werden Methoden wie Anteilearbeit oder das bewusste Nebeneinanderstellen von gegensätzlichen Empfindungen („Ich freue mich UND ich habe Angst“). Auch in Konsentgesprächen kann Ambivalenz hilfreich sein, wenn sie offen ausgesprochen wird. Ergänzt wird dies durch Ansätze zur Selbstfürsorge, die dabei unterstützen, mit intensiven Emotionen und Stress umzugehen.

    So zeigt der Deep Dive, wie Ambivalenz bewusste Entscheidungen erleichtern und Beziehungen auf neue Weise bereichern kann.

  • Ein Loblied auf Steine im Weg: Warum Polyamorie zuweilen so weh tut

    Professor:in Toni Loh spricht über Polyamorie, Ethik und gesellschaftliche Machtstrukturen. Loh zeigt, warum Polyamorie nicht automatisch „ethisch“ ist – und was es braucht, damit sie es sein kann. Dabei geht es auch um Schmerz: Warum kann der Weg raus aus der Mononormativität emotional so wehtun? Und was haben Patriarchat, Religion und Kapitalismus damit zu tun?

    Ein spannender Austausch über Privilegien, Verantwortung, emotionale Prozesse und die Frage, ob wir ein neues Wort für die Diskriminierung nicht-monogamer Menschen brauchen. Philosophisch fundiert, praxisnah und sehr persönlich – für alle, die sich tiefer mit Polyamorie und gesellschaftlichem Wandel auseinandersetzen möchten.

    Prof. Dr. Toni Loh hat eine Professur für Angewandte Ethik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

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  • Toni Lohs Deep Dive

    Das Gespräch beleuchtet die Verbindung von Polyamorie, Macht, Privilegien, Schmerz und Ethik.
    Im Mittelpunkt standen: Wie sich Machtstrukturen in Beziehungen zeigen und verändern, wenn Beziehungen geöffnet werden. Privilegien und Machtabgabe, etwa wenn Partnerpersonen lernen, Kontrolle loszulassen und Verantwortung zu teilen. Ethik und Fairness im Alltag polyamorer Beziehungen – nicht als Regelwerk, sondern als ständige Aushandlung zwischen Beteiligten. Der Wunsch, Themen wie Macht, Rassismus und Care-Arbeit stärker in die polyamore Debatte einzubringen.

    Impulse für Zuhörende für das eigene Leben:

    Selbstreflexion und das Teilen von Verantwortung fördern Wachstum und Nähe.
    Schmerz verdient Aufmerksamkeit – er kann Entwicklung anstoßen, aber auch zeigen, wo Grenzen überschritten sind.

    Für Beratung und Therapie:

    Macht- und Privilegienfragen gehören in die Beziehungstherapie.

    Eine intersektionale Haltung hilft, komplexe Dynamiken in polyamoren Beziehungsgefügen zu verstehen.

  • Freiheit lieben lernen

    Sonja Jüngling spricht in diesem Beitrag über den Mindshift, den es benötigt, um in die Freiheit der Polyamorie und Beziehungsanarchie zu kommen. Sie greift sich dabei drei Aspekte heraus, die beim Übergang aus der "Monogamiestarre" in die Beziehungsvielfalt wichtig sind: es geht um Mono-Mindset und Konkurrenzdruck, Erwartungen an die Polygemeinschaft und die Notwendigkeit gemeinsam mit nicht-Beziehungsmenschen auf die feierwürdigen Aspekte zu schauen. Für die Reise in eine zufriedene Polyfreiheit gibt sie immer wieder Impulse und Leitfragen mit und macht darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, sich selbst zuzuhören und ernst zunehmen.

    Ziel des Vortrags ist es Menschen auf dem Weg in die Nicht-Monogamie dabei zu helfen, ihre ganz individuellen Ziele und Herausforderungen zu finden und in die Annahme der eigenen Wünsche zu kommen

    Sonja Jüngling ist systemische Familientherapeutin, Paar-/Sexualberaterin und Beziehungscoach, Schwerpunkt Beziehungsöffnung und D/s

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  • Sonja Jünglings Deep Dive

    In diesem Deep Dive diskutiert die ENP-Runde, wie Menschen festgefahrene Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“ überwinden und mehr Offenheit und Flexibilität entwickeln können. Persönlichkeitsmerkmale, traumatische Erfahrungen oder gesellschaftliche Privilegien beeinflussen, wie leicht dieser Wandel gelingt.

    Wie können Faktoren wie bestehende Partner:innenschaften, Kinder oder finanzielle Abhängigkeiten Veränderungen erschweren? Wie können kleine innere Schritte, veränderte Haltungen oder neue Kommunikationsmuster dennoch Bewegung ins System bringen?

    Visionen geben Orientierung, sollten aber flexibel bleiben und regelmäßig an die eigene Entwicklung angepasst werden. Menschen, die Interesse an Polyamorie spüren, können zunächst an der Selbsterlaubnis arbeiten („Darf ich mehrere Menschen lieben?“) und mithilfe von Fantasieübungen oder Zukunftsszenarien prüfen, wie ein polyamores Leben konkret aussehen könnte.

    So zeigt der Deep Dive, wie innere Beweglichkeit, Selbstreflexion und bewusste kleine Schritte nicht nur den Einstieg in polyamore Lebensformen erleichtern, sondern auch persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Veränderungen anstoßen können.

  • Kinder in polyamoren Familien: Wissen aus Praxis und Forschung

    Sonja Bröning beleuchtet in ihrem Beitrag polyamore Familien als wachsende und vielfältige Form des Zusammenlebens und zeigt, wie Kinder darin aufwachsen können. Sie stellt unterschiedliche Familienmodelle vor – von polynuklearen und hierarchischen bis zu egalitären Konstellationen – und betont, dass Familie hier oft nicht biologisch, sondern durch Fürsorge und Verlässlichkeit definiert wird.

    Anhand aktueller Forschungsergebnisse zeigt sie, dass Kinder in polyamoren Familien häufig besonders viel Unterstützung erfahren, starke soziale Kompetenzen entwickeln und gut angepasst sind. Gleichzeitig spricht sie über typische Herausforderungen wie rechtliche Hürden, gesellschaftliche Vorurteile und die Frage, ob und wie ein Outing gegenüber Kindern sinnvoll ist.

    Ziel des Vortrags ist es, polyamore Familienformen sichtbarer zu machen, ihre Potenziale und Herausforderungen aufzuzeigen und deutlich zu machen, dass Kinder auch jenseits klassischer Familienmodelle in stabilen, liebevollen Strukturen gesund aufwachsen

    Prof. Dr. Sonja Bröning ist Systemische Paar- und Familientherapeutin, Sexualtherapeutin, Mediatorin und Professorin für Entwicklungspsychologie an der Medical School Hamburg.

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  • Sonja Brönings Deep Dive

    In diesem Deep Dive diskutiert die ENP-Runde, wie Kinder in polyamoren Familien gut begleitet werden können.

    Eltern dürfen Unsicherheiten teilen und betonen, dass sich an ihrer Liebe nichts ändert – Kinder verlieren nichts, sie können sogar zusätzliche Bezugspersonen gewinnen.

    Auch Heimlichkeit wird thematisiert: Kinder spüren Spannungen, wenn etwas verschwiegen wird. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, Informationen behutsam und schrittweise zu teilen, um sie zu schützen.

    Starke Verliebtheit kann zu vorschnellen Entscheidungen führen. Bröning empfiehlt, wichtige Schritte erst nach einer Phase der Stabilisierung zu gehen – im Sinne eines „Langstreckenlaufs“ für die Kinder.

    Die Runde zeigt, dass Kinder meist resilient auf Vielfalt reagieren, wenn sie in einem zugewandten Umfeld aufwachsen. Herausforderungen entstehen weniger durch die polyamore Struktur selbst als durch gesellschaftliche Normen und fehlende rechtliche Rahmen.

  • „Soll ich Dich lassen, wenn es Dir nicht gut tut?“ Polyamorie zwischen Respekt für Autonomie und Paternalismus

    Michael Kühler setzt sich in diesem Beitrag mit dem Spannungsfeld zwischen Autonomie und tätiger Sorge (Paternalismus) in Liebesbeziehungen auseinander – ein Thema, das sowohl polyamore als auch monogame Partnerschaften betrifft. Er zeigt, dass Autonomie nicht nur eine innere Fähigkeit ist, sondern auch durch Vertrauen, Respekt und Wertschätzung in Beziehungen wächst, und erläutert verschiedene Formen von Paternalismus – von sanften Hinweisen („Nudges“) bis zu stärkeren Eingriffen in Entscheidungen.

    Praktisch erweist sich oft eine Kombination aus weichem, schwachem Paternalismus und subtilen Anstupsern als sinnvoll, während in Extremsituationen auch stärkeres Eingreifen gerechtfertigt sein kann. Kühler regt dazu an, über das Verhältnis von Autonomie zu Wohlergehen nachzudenken und Kommunikation so zu gestalten, dass sie wertschätzend bleibt, ohne bevormundend zu wirken.

    Ziel des Vortrags ist es, Menschen in Beziehungen zu inspirieren, Autonomie zu respektieren und gleichzeitig fürsorglich zu handeln, sodass Nähe und Verantwortung Hand in Hand gehen.

    Prof. Dr. Michael Kühler lehrt Angewandte Ethik der gesellschaftlichen Verantwortung an der FH Dortmund.

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  • Michael Kühlers Deep Dive

    In diesem Deep Dive diskutiert die ENP-Runde das Spannungsfeld zwischen Autonomie und fürsorglichem Eingreifen in Liebesbeziehungen.

    Anhand konkreter Beispiele wie Vetorechten in polyamoren Beziehungen, der Entscheidung, eine belastende Beziehung zum Wohl der anderen Person zu beenden, oder sogenannten „Odysseus-Verträgen“, bei denen Partner:innen bewusst Eingriffsrechte vereinbaren, wird deutlich, wie komplex die Grenze zwischen Fürsorge und Bevormundung ist. Die Runde thematisiert auch, wie Eigeninteresse und Egoismus paternalistisches Verhalten überlagern können und wie wichtig es ist, eigene Motive ehrlich zu hinterfragen.

    Diskutiert werden außerdem Machtstrukturen in Beziehungen, der mögliche Verlust von Lernerfahrungen durch Überbehütung und die Frage, wann Eingriffe sinnvoll oder übergriffig sind.

    Der Deep Dive macht deutlich, wie wichtig Reflexion, offene Kommunikation und Bewusstsein für Macht und Motivation sind, um Beziehungen zu gestalten, die Autonomie respektieren und gleichzeitig Fürsorge verantwortungsvoll leben.

Die Inhalte der Polyamorie-Gespräche sind als Paket zum bequemen Streamen erhältlich.

Details zu den einzelnen Vorträgen finden Sie weiter unten.

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